Was die drei Begriffe jeweils meinen
Die drei Schlagworte werden gern als Stufenleiter dargestellt. Tatsächlich stellt jedes eine eigene Frage an dieselbe Website, und keine Antwort erledigt die anderen.
- SEO fragt, ob Suchmaschinen Ihre Inhalte verstehen und Menschen über die Suche zu Ihnen finden. So umreißt Google den Begriff im Einsteigerleitfaden und betont, dass es keine geheimen Kniffe gibt, die eine Seite von selbst an die Spitze bringen.
- GEO steht für „generative engine optimization“, verwandt ist AEO für „answer engine optimization“. Google kennt beide Kürzel, sieht darin aber keine eigene Disziplin: Für die Google-Suche sei das schlicht SEO.
- AI Visibility fragt, ob ein bestimmtes System Ihre Website in seiner Antwort tatsächlich nennt. Das lässt sich nur beobachten. Ein fester Fachbegriff ist es nicht; Microsoft nutzt den Ausdruck in einem Hilfeartikel zu den Bing Webmaster Tools als Zwischenüberschrift, ohne ihn zu definieren.
Auch die Anbieter trennen. OpenAI unterscheidet den OAI-SearchBot für die Suchergebnisse in ChatGPT vom GPTBot, dessen Abrufe ins Training einfließen können, und beide lassen sich getrennt einstellen. Anthropic beschreibt drei Bots für Modellentwicklung, Websuche und von Nutzern angestoßene Abrufe. Für Ihre Website heißt das: Darf ein KI-System eine Seite abrufen, wird sie deshalb noch nicht zitiert. Umgekehrt ersetzt eine KI-Nennung nicht die Auffindbarkeit in der klassischen Suche.
Die gemeinsame technische Grundlage
Für den Google-Index nennt Google drei Mindestbedingungen: Der Googlebot wird nicht ausgesperrt, die Seite liefert den Statuscode HTTP 200, und sie enthält indexierbaren Inhalt. Eine Aufnahme folgt daraus nicht zwingend. Für AI Overviews und den AI Mode kommt nichts hinzu: Eine Seite muss indexiert sein, als Snippet erscheinen dürfen und die gewöhnlichen technischen Anforderungen erfüllen. Neue maschinenlesbare Dateien, KI-Textdateien oder spezielles schema.org-Markup verlangt Google dafür nicht, und llms.txt oder Markdown-Versionen Ihrer Seiten wertet die Google-Suche nach eigener Darstellung nicht aus. Die Auskunft betrifft nur Google, nicht andere Systeme.
Übrig bleiben vier schlichte Prüffragen für alle drei Begriffe. Die Einteilung stammt von uns, die Anforderungen aus den Anbieterdokumenten:
- Abrufbar: Gelangen Crawler mit korrektem Statuscode und ohne Sperre in der robots.txt an die Seite?
- Klar benannt: Stehen Firmenname, Angebot, Ort und Kontaktweg als lesbarer Text da? Google empfiehlt, wichtige Inhalte in Textform bereitzustellen. Dass einheitliche Firmendaten Rankings oder Nennungen bringen, behauptet keine der Quellen.
- Ausformuliert: Wird die Kernfrage einer Seite direkt beantwortet? Ein Satz, der fehlt, kann nicht übernommen werden; wie viel ein vorhandener bewirkt, beziffert kein Anbieter.
- Deckungsgleich: Passen strukturierte Daten zum sichtbaren Text? Google nennt das ausdrücklich als gute Praxis. Kein zusätzliches Markup zu verlangen heißt also nicht, dass Auszeichnung beliebig wäre.
Was die robots.txt leistet und was nicht
Die robots.txt ist kein Riegel. Google beschreibt sie als Hinweis an Crawler, welche Adressen sie abrufen sollen, nicht als Mittel, eine Seite aus der Suche herauszuhalten. Dafür sind ein noindex-Meta-Tag oder der passende Response-Header, ein Passwortschutz oder das Entfernen der Seite vorgesehen. Wird eine gesperrte Seite anderswo verlinkt, kann ihre Adresse trotzdem in den Ergebnissen auftauchen, dann ohne Beschreibung. Ob ein Crawler die Regeln befolgt, liegt bei ihm. RFC 9309 hält fest, dass die Datei keinen Zugriffsschutz bietet und echte Sicherheitsmaßnahmen nicht ersetzt.
Für die ChatGPT-Suche nennt OpenAI zwei Bedingungen: Der OAI-SearchBot ist in der robots.txt zugelassen, und Hoster oder Content-Delivery-Netz lassen Zugriffe aus OpenAIs veröffentlichten IP-Bereichen durch. Bis eine geänderte robots.txt dort greift, kann es laut OpenAI ungefähr einen Tag dauern.
Warum die klassische Suche nicht an Gewicht verliert
Bleibt SEO für generative Suche wichtig? Google bejaht das, denn die KI-Funktionen der Google-Suche beruhen auf denselben Kernsystemen für Ranking und Qualität wie die übrige Suche. AI Overviews erscheinen zudem nur, wenn Googles Systeme darin einen nützlichen Zusatz zur klassischen Suche sehen, oft also gar nicht. Um einzuschränken, was dort angezeigt wird, nennt Google nosnippet, data-nosnippet, max-snippet und noindex; für Training und Grounding mancher weiterer Google-Systeme verweist es auf Google-Extended.
In einem Blogbeitrag vertritt Microsoft eine ähnliche Linie: Grounding trete nicht an die Stelle der Suche, sondern baue auf denselben Crawlern und Qualitätssignalen auf; beide teilten sich die Technik, verfolgten aber unterschiedliche Ziele. Das ist ein Positionsbeitrag, keine Vorgabe für Websitebetreiber. OpenAI schreibt, die ChatGPT-Suche greife zuweilen auf weitere Suchdienste zurück, ohne diese im Text zu benennen.
Unsere Lesart: Gefunden werden in der Suche und genannt werden in KI-Antworten laufen nebeneinander her, und wer das eine erreicht, ist beim anderen noch nicht am Ziel. Das ist unsere Einordnung, nicht die der Anbieter. Zahlen zu Marktanteilen oder verlorenen Klicks liefern die Quellen nicht, deshalb nennen wir keine.
Welche Zahlen es gibt und was sie zählen
- Google Search Console: Ein eigener Bericht zählt Impressionen, also wie oft Links zu Ihrer Website in generativen KI-Funktionen der Google-Suche angezeigt wurden, aufschlüsselbar nach Seite, Land, Gerät und Datum. Search-Labs-Experimente bleiben außen vor.
- Bing Webmaster Tools: Der AI-Performance-Bericht weist Total Citations aus, die sichtbaren Quellenverweise auf Ihre Inhalte in KI-Antworten. Citation Share zeigt, welcher Anteil der Zitationen zu einer Grounding-Query auf Ihre Website entfällt. Die Werte sind laut Microsoft eine Stichprobe; fehlt eine Zitation im Bericht, heißt das nicht, dass es keine gab.
- ChatGPT: Verweise aus der ChatGPT-Suche tragen den Parameter
utm_source=chatgpt.com, sofern der OAI-SearchBot zugreifen darf. Erfasst werden damit Klicks, nicht Nennungen.
Microsoft hat den Bericht im Juni 2026 um Intents, Topics, Citation Share und Compare erweitert, die als Vorabversion gekennzeichnet sind und schrittweise weltweit erscheinen. Citation Share versteht Microsoft als Beobachtungsgröße, nicht als Rangliste; der Bericht messe weder Rankings noch Autorität, und Veränderungen nach Inhaltsänderungen ließen sich verfolgen, aber nicht ursächlich erklären.
Ergebnisse können nach Zeitpunkt, Standort, Sprache und Personalisierung abweichen, schreibt Google; bei ChatGPT können laut OpenAI VPN oder Netzwerkstandort die ermittelte Position verschieben, und gespeicherte Standortangaben die Suchergebnisse mitprägen. Eine Beobachtung ist deshalb nur mit Datum, System, Sprache und Land aussagekräftig. Und kein Werkzeug von Drittanbietern hat nach Googles Angabe Einblick in Googles interne Ranking- oder KI-Systeme; deren Ratschläge gleichen Sie besser mit Googles Dokumentation ab.
Was kein Anbieter zusagt
Google sagt weder Crawling noch Indexierung oder Ausspielung zu, selbst wenn eine Seite alle Vorgaben der Search Essentials erfüllt, und wiederholt das für die KI-Funktionen. Korrekte strukturierte Daten erzwingen keine Darstellung. Eine Spitzenposition kann niemand versprechen; vor Dienstleistern, die das tun oder sich eine Sonderstellung bei Google zuschreiben, warnt Google selbst. Microsoft hält stärkere Inhalte für möglich, sagt aber kein Zitationsergebnis zu. OpenAI stellt klar, dass eine Platzierung in ChatGPT nicht zugesichert ist. Umgekehrt kann eine für den OAI-SearchBot gesperrte Seite in ChatGPT Atlas als Link mit Titel auftauchen, wenn OpenAI die Adresse anderswoher kennt und sie zur Frage relevant erscheint; dagegen hilft laut OpenAI das noindex-Meta-Tag.
Daraus folgt nicht, dass Ihre Seite kaum Chancen auf eine Nennung hätte, sondern nur, dass sich die Frage allein an tatsächlich beobachteten Antworten beantworten lässt. Wer Ihnen Erwähnungen in KI-Antworten oder eine feste Position in der Suche verspricht, geht weiter als die Anbieter selbst.
Was eine persönliche Analyse davon prüfen kann
360°Pixelkiez sieht sich bis zu sechs öffentliche Seiten Ihrer Website persönlich an und schickt Ihnen einen siebenseitigen PDF-Bericht per E-Mail; die Analyse kostet 0 €. Geprüft wird, was an diesen Seiten von außen beobachtbar ist. Zu diesem Thema passen vor allem diese Prüfkriterien der Analyse:
- Bereich SEO & Auffindbarkeit: Öffentliche Erreichbarkeit, robots.txt & Sitemap, Indexierbarkeit & Canonicals und Strukturierte Daten für die gemeinsame Grundlage; Brand-Sichtbarkeit und Non-Brand-Sichtbarkeit als datierte Suchstichproben.
- Bereich GEO & AI Visibility: Entitätsklarheit, Leistung, Zielgruppe & Standort explizit, Antwortbarkeit & FAQ-Struktur und Strukturierte Zusammenfassungen & Schema fragen, ob die tragenden Angaben als Text dastehen und zur Auszeichnung passen. Gute Lesbarkeit ist dabei noch kein Nachweis einer Nennung.
Welche Prüfpunkte passen, entscheiden wir je Website. Rankings oder Nennungen sagen wir nicht zu, und eine fortlaufende Beobachtung gehört nicht zur Analyse. Vertiefend: Wie KI Websites liest, Entity Trust und Wie Websites ausgeliefert werden.
Quellen
Anbieterangaben können sich jederzeit ändern.
- Google Search Central: SEO Starter Guide: The Basics
- Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search
- Google Search Central: AI features and your website
- Google Search Central: Google Search Essentials
- Google Search Central: Google Search technical requirements
- Google Search Central: Introduction to robots.txt
- Google Search Central: General structured data guidelines
- Google Search Central: Do you need an SEO?
- Google Search Console-Hilfe: Generative AI performance report (Search)
- Google Suche-Hilfe: Why your Google Search results differ from others
- Microsoft Bing Webmaster Tools: AI Performance in Bing Webmaster Tools
- Microsoft Bing Blog: New AI Visibility Insights in Bing Webmaster Tools: Intents, Topics, Citation Share, Compare
- Microsoft Bing Blog: Evolving role of the index: From ranking pages to supporting answers
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers
- OpenAI Help Center: Searching the web with ChatGPT
- OpenAI Help Center: Publishers and Developers – FAQ
- Anthropic Help Center: Does Anthropic crawl data from the web, and how can site owners block the crawler?
- RFC Editor: RFC 9309: Robots Exclusion Protocol